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Donnerstag, 16. Februar 2017

Die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017


Bis auf den Roman von Brigitte Kronauer sind alle Titel auf der Shortlist noch nicht erschienen. Natascha Wodin hat gerade den Alfred-Döblin-Preis für "Sie kam aus Mariupol" erhalten.

Der Preis wird am 23. März vergeben. Ich habe versucht, ein paar Informationen aus dem Internet herauszufischen. Hier ist die Liste:

Lukas Bärfuss, Hagard  (erscheint am 27. Februar)


Steffen Popp, 118, Gedichte (erscheint am 20. Februar)

Anne Weber, Kirio (erscheint am 23. Februar)

Natascha Wodin, Sie kam aus Mariupol (erscheint am 17. Februar)

Dienstag, 31. Januar 2017

Interview mit Bov Bjerg (“Auerhaus”) in Groningen


Am Montag, dem 13. Februar, 20:00, wird der deutsche Schriftsteller Bov Bjerg von Peter Groenewold in der Lutherse Kerk in Groningen (Haddingestraat 23) über seinen Roman „Auerhaus“ interviewt.

Die niederländische Übersetzung ist unter demselben Titel gerade bei Cossee in Amsterdam erschienen (€ 19,99). Der Abend findet auf Deutsch statt.

Die deutsche Ausgabe kostet gebunden € 18,00.

Bei der Groninger Buchhandlung Godert Walter (Oude Ebbingestraat 53), die den Abend organisiert, sind beide Ausgaben des Buches vorrätig. Da ein Saal außerhalb der Buchhandlung gemietet werden musste, wird ein Eintrittspreis von € 4,00 erhoben.

Nähere Informationen zu Autor und Buch gibt Erwin de Vries im Blog seiner Buchhandlung.


Hier ist auch eine niederländische Rezension von Guus Bauer aus dem literarischen Weblog Tzum.

Zwoa Teppn - Alfred Selges trunkene Fahrt

„Do san zwoa Teppn af a Brugge, sog dr oane: Geh loss ins epes dichtn! Sog do ondre: Ok. Fong dr oane on: Ich stehe auf der Brücke und schiffe in die Lücke. Sog dr ondre: Ich stehe auf der Brücke und stecke dir einen Zapfen in den Arsch. Sog dr oane: Obo des reimp sich net. Sog dr ondre: Obo es dichtet.“

Albrecht Selge, Die trunkene Fahrt, S. 85

Ja, noch ein Witz. Und es werden noch ein paar mehr in dem Roman. Aber der bessere Witz steckt in den Dialogen, die Albrecht Selge hier in seiner Roadnovel „Die trunkene Fahrt“ zwischen den vier Männern abfeuern lässt, die zusammen im Jahr 1989 eine feuchtfröhliche Tour durch Südtirol unternehmen. Da geht es nicht um Plattes und Ordinäres, sondern um Musik und Literatur. So etwas gibt es in der deutschen Gegenwartsliteratur ja (fast) gar nicht: ein Buch mit Humor. Ich lach’ mich tot.



Albrecht Selge, Die trunkene Fahrt, Berlin 2016, € 19,95

Montag, 30. Januar 2017

Zwoa Nulla

"Zwoa Nulla treffn in dr Wüste an Ochtr. Sog dr oane Nulla zin ondon: Ba der Hitze mit Girtl!"

Albrecht Selge, Die trunkene Fahrt, Berlin 2016, S. 73


(Soll Südtiroler Dialekt sein. Kann ich nicht beurteilen. Braucht jemand 'ne Übersetzung?)

Donnerstag, 26. Januar 2017

Findelverse (5): Dinkel

Bei der Google-Suche nach dem deutschen Wort für „Spelt“ (Ich hatte auf dem Groninger Markt ein Tütchen Kekse gekauft, 100% Spelt, sehr lecker übrigens), kam ich über „Dinkel“ in die deutsche Superfood-Welt, die mir immer völlig fremd geblieben ist.


Dabei fand ich auch das folgende Gedicht, das in wenigen Versen einen eindringlichen Blick auf die Kulturgeschichte und Soziologie der deutschen Küche eröffnet. So kompakt und zielführend kann das nur ein Mensch mit Migrationshintergrund, und ja, der Autor, Àxel Sanjosé, ist ein gebürtiger Katalane, der seit vierzig Jahren in München lebt:

Dinkel

Einst, da war’n die Menschen frei,
lebten froh und ohne Dinkel,
aßen Kohl zu fettem Pinkel
und zum Frühstück Speck und Ei.

Heute sind die Menschen froh
wenn sie aus dem Augenwinkel
schauen einen Bau von Schinkel
(Sellerie zerkauend, roh.)

Axel Sanjosé, veröffentlicht in: Titanic. Das endgültige deutsche Satiremagazin Nr. 8, 2003


Das sei mein Beitrag zum heutigen “gedichtendag” in den Niederlanden.

Montag, 16. Januar 2017

Science Fiction und mehr: Arne Ahlerts Spiel mit dem Zauberberg in „Moonatics“


Nur alle Jubeljahre erscheint einmal ein deutscher Science-fiction-Roman mit mehr inhaltlicher Power als im üblichen Reigen der SF-Literatur, für die in Deutschland vor allem der Heyne-Verlag zuständig ist. Wenn es dann doch geschieht, besteht die Gefahr eines Aufmerksamkeitsmankos: die SF-Fans reagieren leicht überfordert und das hochgeistige Feuilleton übersieht den Geniestreich aus unerwarteter Richtung.

Diese Gefahr droht auch Arne Ahlerts Debütroman „Moonatics“ (Wilhelm Heyne Verlag, München 2016, 574 Seiten, € 14,99), der in den zwei Monaten seit seinem Erscheinen keine einzige größere Besprechung bekommen hat.


Er hätte es wirklich verdient. Hier in Café Deutschland dauert es noch etwas: Ich muss noch zweihundert Seiten lesen. Bis dahin müssen wir uns mit der originellen Verlagswerbung und dem schönen Interview mit dem Autor auf Heynes SF-Website diezukunft.de begnügen.